Thema des ZfK-Heftes sind die epistemologischen Konzeptualisierungen und historischen Verlaufsformen, die Reinigungsarbeiten – im Sinne Latours – in den Kulturwissenschaften angenommen haben.
Ein Heft der ZfK zu Gemeinsinn zwischen Allgemeinem und Gemeinheit, zwischen Lokalem und Globalem und unter Bedingungen von Flucht und Migration, Illegalität und Nomadentum.
Wenn die Toten zum Leben erwachen: Die Figur des Zombie ist nach wie vor populär. Aber was genau ist ein Zombie und woher rührt seine Faszinationskraft? Das Heft der ZfK geht dem auf den Grund.
Vorstellung, Imagination, Einbildung – ein Heft der ZfK über die Kraft innerer Bilder. Die Beiträge handeln von den Reliquien des Mittelalters über Rauminszenierungen der Moderne, dem frühen Amateurfilmdiskurs bis hin zur Techno Security.
Der Preis der Wissenschaft wird immer entschiedener berechnet: von Peer-Review-Verfahren über Zeitschriften- und Universitätsrankings, Impactfaktoren bis zu Evaluierungen. Dieser Band macht keine Gegenrechnung auf. Vielmehr wird das Unbehagen an Optimierungsphantasien zum Ausgangspunkt aktueller und historischer kulturwissenschaftlicher Sondierungen. Dabei werden die Instrumente der Inwertsetzung im Hinblick auf ihre praktischen Effekte und ihre diskursive Wahrheitsproduktion untersucht.
Begeisterung und Verdammung, Zivilisierung und Verwilderung liegen nah beieinander. In Heft 2/2015 der ZfK schildern die Beiträger_innen ihre Erlebnisse mit erregenden Zuständen und verletzenden Ereignissen. Die Kultivierung von »anderen Zuständen« der Trance bei Kölner Karnevalisten und italienischen Neo-Faschisten sowie begeisternde Erfahrungen im madagassischen Heavy Metal werden ebenso untersucht wie die Begegnung mit Fremdem in religiösen Feiern, im globalen Kunstbetrieb und bei kolonialen Expeditionen.
Der Debattenteil widmet sich der Frage, wie wir in Europa mit Blasphemie-Vorwürfen umgehen – und diskutiert hierfür die Arbeit der französischen Ethnologin Jeanne Favret-Saada.
Dass der Mensch das Klima verändert, ist keine Einsicht der letzten Jahrzehnte. Schon das späte 18. Jahrhundert beginnt, über die gegenseitigen Transformationen von Mensch und Natur nachzudenken.
Die Beiträge dieses Heftes der Zeitschrift für Kulturwissenschaften beschäftigen sich mit Wissens- und Darstellungsformen vom Klima um 1800 und zeigen so, dass hier bereits die Wurzeln des Nachdenkens über das Anthropozän zu suchen sind.
Die Zeitschrift für Kulturwissenschaften dient als kritisches Medium für Diskussionen über »Kultur«, die Kulturwissenschaften und deren methodische Verfahren. Ausgehend vom internationalen Stand der Forschung sollen kulturelle Phänomene gleichermaßen empirisch konzis wie theoretisch avanciert betrachtet werden. Auch jüngste Wechselwirkungen von Human- und Naturwissenschaften werden reflektiert.
Diese Ausgabe untersucht körperbasierte soziale Diskriminierung aus der Perspektive der Literatur- und Kulturwissenschaft, der Psychologie, der Medizin und der Sportwissenschaft. Es wird gezeigt, wie Differenzen diskursiv und sozial produziert und wie ungleiche Machtverhältnisse naturalisiert werden.
Das Einfamilienhaus im Grünen ist eine markante materielle und symbolische Erbschaft der fordistischen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts: Öffentlich gefördert als Antwort auf die soziale Frage, von einer aufstrebenden Mittelklasse massenweise errichtet, kritisiert von Fachleuten aus Architektur und Stadtplanung. Die Beiträge dieses Heftes der Zeitschrift für Kulturwissenschaften thematisieren historische und gegenwärtige Auseinandersetzungen um die Sozialontologie des ›Hauses‹ zwischen Wertezuschreibungen und Gestaltungsfragen, Expertendiskursen und suburbanen Lebensrealitäten von Familien.
Till Breyer, Rasmus Overthun, Philippe Roepstorff-Robiano, Alexandra Vasa (Hg.)
Monster und Kapitalismus
Die Ausgabe spürt der monströsen Ikonographie des Kapitalismus nach. Die Beiträge untersuchen ihre Geschichte und die Szenarien ihrer Darstellung ebenso wie ihre diskursiven und ideologischen Funktionen. Dabei werden Monster als Problemfiguren lesbar, anhand derer sich die Lebens- und Wissensformen kapitalistischer Verhältnisse befragen lassen.
Der Debattenteil lotet das politische Potential der aktuellen Kulturwissenschaften aus und stellt die Frage nach einem »socio-political turn«.
Sich im Denken orientieren, heißt nach Immanuel Kant immer auch, sich im Raum orientieren. Karten sind Orientierungsmittel, mit denen wir die Welt wahrnehmen, sie uns zurechtlegen und damit gleichzeitig ordnen und schaffen. Mit dem Begriff "Mapping" kommen die Herstellung und Verwendung von Karten, aber auch andere Medien und Techniken der Orientierung und Raumproduktion in den Blick. Mapping ist Ausdruck spezifischer Raum-, Gesellschafts- und Wissensordnungen, denen dieses Themenheft in unterschiedlichen historischen Kontexten und aus Perspektive verschiedener Disziplinen nachgeht.
Der Debattenteil ist dem Gewicht der Bücher in den Geistes- und Kulturwissenschaften gewidmet.
Ulrich van Loyen, Johannes F.M. Schick, Mario Schmidt, Martin Zillinger
Homo Faber
Dieses Heft widmet sich der Debatte um den Anteil des Sozialen am sich in seinen Extensionen selbst hervorbringenden und reflektierenden Menschen: dem Homo faber. Diese wurde im 20. Jahrhundert vor allem in der französischen Archäologie und historischen Anthropologie geführt und fand ihren Niederschlag dann in einer Anthropologie der Technik und der Medien. Die Beiträge vertiefen und aktualisieren das Thema im Hinblick auf die rezenten Fragestellungen der Science and Technology Studies.
Forensische Methoden tragen in ihrer Gestaltung und Übersetzung materieller Spuren zu einem neuen Verständnis der Vergangenheit bei. Sie formen die Beziehungen zwischen Lebenden und Toten und rufen neue Dynamiken von Erinnerung und Trauer hervor. Diese Ausgabe der ZfK widmet sich der Rolle der Forensik in Alltagskultur sowie in Kontexten von (Massen-)Gewalt der weiter zurückliegenden und unmittelbaren Vergangenheit – von kolonialen wissenschaftlichen Praktiken über die Aufarbeitung der NS-Zeit und des Spanischen Bürgerkriegs bis zum zeitgenössischen Mexiko.
Im Debattenteil wird, ausgehend von einem Text Rosi Braidottis, die Möglichkeit einer ‚nomadischen europäischen Bürgerschaft‘ diskutiert.
Kulturelle Bildung ist umkämpftes Gebiet, das eine weitgehende konzeptionelle Unschärfe aufweist. Das Themenheft „Kultur und Bildung – kulturelle Bildung?“ hinterfragt Spannungsverhältnisse und Ambivalenzen kultureller Bildung und diskutiert die Relationen zwischen Bildung und populärer Kultur. Die Debatte thematisiert die kritische Re-Aktualisierung der (britischen) Cultural Studies.
Karin Harrasser, Insa Härtel, Karl-Josef Pazzini, Sonja Witte
Heil versprechen
In Wünschen nach Heil(em) steckt die Sehnsucht nach Ganzheit, Vitalität, Genesung oder Erlösung. Das Heft nimmt heterogene Inszenierungen des »Heils« als Austragungsorte kulturellen Widerstreits in den Blick. Welche gesellschaftlichen Tendenzen werden in solchen Inszenierungen verhandelt oder imaginär stillgelegt – und was hat das für politische Konsequenzen? Das »Versprechen« des Heils wird in seiner Doppeldeutigkeit untersucht: als Verheißung und als Fehlleistung. Denn einzulösen ist das In-Aussicht-Gestellte sicher nicht. Versprochen ist versprochen.
Mit einer Übersetzung von Hélène Clastres »La terre sans mal« (Auszug).
Gegenwärtig lässt sich eine Konjunktur von Texten über Deutschland beobachten. Vor allem die neuen migrantischen Fremdwahrnehmungen der Bundesrepublik haben wichtige Erkenntnisse über die deutsche Kultur hervorgebracht, die in Konkurrenz mit innerdeutschen Selbstbeschreibungen bzw. -beschwörungen stehen, da sie das gleiche Genre bedienen: Deutschland-Analysen. Diese Ausgabe der ZfK versteht sich als Beitrag zur historischen Aufklärung über die longue durée dieses Genres und seiner gegenwärtigen Ausprägung.
Im Debattenteil des aktuellen Heftes wird die Frage nach Allozentrismus und Eurozentrismus am Beispiel der Reise- und der ›Welt‹-Literatur verhandelt.
Die Unterscheidung von messbarer und subjektiver Zeit oder psychischer Eigenzeit prägt nicht nur wichtige Etappen der modernen Philosophie; spätestens seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert interessieren sich Psychologie und Psychiatrie für eine pathologische Abweichung des Zeitempfindens. Immer wieder verhandelt und in Erzählweisen adaptiert wurde die Psychopathologie der Zeit aber auch in den jeweils zeitgenössischen Literaturen. Dem daraus entstehenden Wechselverhältnis geht diese Ausgabe der ZfK nach.
Im Debattenteil des aktuellen Hefts wird unter dem Titel »Zeitstillstand, Zyklus und Zirkel«
die Frage nach psychopathologisch gestörter Zeiterfahrung als Problem für das gute Leben verhandelt.
The African museum landscape is changing. A new generation of scholars and curators is setting international standards for the reappraisal and revision of colonial collections, the conception of curatorial spaces, and the integration of new groups of actors. In the face of the ghostly survival of colonial epistemologies in archives, displays, and architectures, it is a matter of breaking up institutional encrustations and infrastructures, inventing new museum practices, and bringing archives to life. Scholars and museum experts predominantly working in Africa and South America discuss the post/colonial history of museums, their political-economic entanglements, the significance of diasporic objects, as well as the prospects for restitution and its consequences. The contributions to this issue of ZfK are all presented in English.
Based on the works of Waverly Duck and Anne Rawls, the debate section is devoted to forms of everyday racism and the way interaction orders of race are institutionalized.
Eva Blome, Moritz Ege, Maren Möhring, Maren Lickhardt, Heide Volkening
»Süüüüß!«
Das Süße in seinen affektiven Besetzungen, ästhetischen Ausprägungen und politischen Einsätzen ist Gegenstand des Themenheftes. Als historisches, soziales und (pop-)kulturelles Phänomen wird das Süße als Praxis erforscht und als ein Verweiszusammenhang erkundet, der Bestimmungen von Konsum und Geschlecht stetig variiert. Im Debattenteil wird der gewaltsame Tod von George Floyd und die sich daran anschließenden weltweiten Proteste von Black Lives Matter zum Anlass genommen, um nach der unerträglichen Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen zu fragen. Die Diskussion umfasst einen methodisch-theoretischen und politischen Umgang mit der temporalen Dimension von Ungleichheitsverhältnissen.
Die Zeitschrift für Kulturwissenschaften dient als kritisches Medium für Diskussionen über »Kultur«, die Kulturwissenschaften und deren methodische Verfahren. Anlässlich seines 100. Geburtstags widmen sich die Beiträger*innen Cornelius Castoriadis' Analyse der imaginären Konstitution von Gesellschaft, insbesondere seinem Konzept der »radikalen Imagination«. Sie zeigen auf, dass sein Denken es erlaubt, gesellschaftliche Selbstbeschreibungen vor dem Hintergrund ihres eigenen »Anderswerdens« zu verstehen und verschiedene Kulturen der Imagination zu beschreiben, die den Raum des Gegenwärtigen überschreiten: andere Technik, andere Gesellschaft, andere Körper, andere Subjekte, andere Zukunft.